29.12.2011

46 Vertreter der japanischen Windenergiewirtschaft bereisten die Nordseeküste

Japanische Delegation in Norddeutschland
© Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan organisierte die Informationsreise Windenergie Onshore und Offshore Japan vom 12. bis zum 16.12.2011. Dies war ein Projekt der Exportinitiative Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Nach dem Unfall in Fukushima wendet sich die Stimmung zur Nuklearenergie in Japan. Die Regierung hat beschlossen, den Ausbau der Atomenergie nicht wie geplant fortzuführen. Dies bedeutet zwar noch keinen Ausstieg aus der Nuklearkraft, doch wird den erneuerbaren Energieträgern in den kommenden Jahren wohl mehr Bedeutung zukommen. Insbesondere Wind soll in Japan in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

"Deutschland ist im Bereich der Erneuerbaren Energien, vor allem in der Windkraft, Vorreiter", stellte Herr Kato von der Verwaltung der Stadt Iwaki in Fukushima fest und betonte: "Deshalb will ich mir alles ansehen und die Erfahrungen mit nach Japan nehmen". Das große Interesse der Japaner an der Windenergie drückte sich in der Teilnehmerzahl von 46 Vertretern der japanischen Windenergiewirtschaft aus. Es handelte sich um eine der größten japanischen Unternehmensdelegationen der letzten Jahre. Zur Gruppe gehörten u.a. Vertreter von Industrieunternehmen, Energieversorgern und Forschungsinstitutionen. Die Delegation repräsentierte damit einen Querschnitt der japanischen Windenergiewirtschaft. Die Teilnehmer reisten an die Nordseeküste, um sich über die hiesige Nutzung der Windenergie zu informieren und mit Experten der deutschen Windbranche auszutauschen. Das einwöchige Programm führte von Husum nach Cuxhaven, Stade, Bremerhaven, Lemwerder, Emden, Aurich und schließlich nach Hamburg.

"Ich bin dankbar, dass wir den Herstellungsprozess live sehen dürfen. Das ist wirklich einmalig", sagte Herr Watanabe vom Energieversorger J-POWER am Rande der Besichtigung beim Rotorblatthersteller SGL Rotec GmbH & Co. KG in Lemwerder bei Bremen. Diese Aussage summierte den Eindruck der gesamten Gruppe, welcher nicht nur Einblicke in die Hallen von Unternehmen wie der Repower SE, der Enercon GmbH oder dem Technologiezentrum "CFK-Valley" gewährt wurde. Auch Führungen zu ausgewählten Windenergieprojekten, Fach-Workshops und ein Symposium in Husum waren Teil des Programms. Im Rahmen mehrerer Empfänge hatten die Teilnehmer zusätzlich Gelegenheit, sich mit deutschen Experten auszutauschen. Es boten sich auch hochrangige Vertreter der Landespolitik, wie z.B. der Wirtschaftssenator von Hamburg, Frank Horch, zum Gespräch an.

Großes Interesse hatten die Teilnehmer an der Offshore-Windenergie. Aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse im dicht besiedelten Japan soll besonders der Einsatz von Anlagen auf dem Wasser ausgebaut werden. Herr Komatsuzaki vom Windparkbetreiber Wind Park Ibaraki sagte hierzu: "Ich bin sehr überrascht, wie sehr die deutschen Hafenstädte das Ruder in Richtung Offshore-Windenergie herumgerissen haben und mit welchem Engagement die Wirtschaft und Politik die Entwicklung begleiten. Gleichzeitig denke ich, dass diese Reise viele Denkanstöße für den Stand und die Entwicklung der Windenergie in Japan bietet." Deutsche Unternehmen und Forschungsorganisationen sind ihren japanischen Wettbewerbern in vielen Bereichen voraus und konnten ihnen zeigen, dass Deutschland bei Produktqualität und Innovation weltweit an der Spitze steht. "Diese Reise zeigt, dass Deutschland technologisch ganz vorne mitspielt", kommentierte ein Teilnehmer hierzu.

Die Gruppe zeigte sich sehr zufrieden mit dem Programm. Schon während der Unternehmensbesuche und Empfänge wurde deutlich, dass eine ganze Reihe von Anknüpfungspunkten für eine weitere Zusammenarbeit bestand. Viele der Teilnehmer zeigten sich überaus interessiert an Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Windenergie "Made in Germany".

Kontakt:

DEinternational
Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan
Björn Koslowski
bkoslowski@dihkj.or.jp
Tel: +81 3 52 76 88 21


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